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#verkündigenwieJesus

Jahresthema 2022

 

Vor zehn Jahren waren Hashtag-Kampagnen noch trendy – heute sind sie gewöhnliche Navigationssysteme in den sozialen Medien. Man markiert ein Wort mit dem #Raute-Zeichen und hofft darauf, dass dadurch eine Nachricht in der Wörterflut von Insta, TikTok, Facebook oder Twitter besser auffindbar ist – vergleichbar mit einem Schlagwortkatalog in einer Bücherei. Und wenn ein Hashtag so richtig einschlägt, dann verbreiten sich Botschaften wie #love oder #instagood in kürzester Zeit über die ganze Welt. Dies wird heute privat oder von ganzen Marketing-Armeen genutzt, um ihre Botschaften an die Frau oder den Mann zu bringen.

 

Und genau hier staune ich immer wieder über Jesus. Nicht ganz drei Jahre trat er in der Öffentlichkeit auf. Und er kam nicht als einflussreicher König oder Wissenschaftler daher, sondern als ein einfacher Handwerker aus einer unbedeutenden Provinz. Doch seine gute Nachricht, sein Leben, sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung veränderten die Welt so grundlegend, dass sich 2000 Jahre später 2,3 Milliarden Menschen Christen nennen. Was war das für eine krasse Botschaft, die bis heute eine solche Reichweite hat? Welche „Marketingstrategie“ verfolgte er? Welche Hashtags hat er gesetzt? Wie verkündigte er? Was heißt das für uns heute? Fragen über Fragen, die uns 2022 beschäftigen werden. Und drei Spuren von Antworten, die ich beim jahrelangen Studieren und Lesen der Bibel zum Thema #verkündigenwieJesus gefunden habe.

 

Jahresthema 2022 CVJM Magazin

 

#etwaszusagenhaben

Bei Jesus war nicht das „wie“ er etwas gesagt hat, sondern das „was“ er gesagt hat, entscheidend. Und das bis heute! Er revolutionierte mit seiner Botschaft die Vorstellung von Gott. Er stiftete Lebenssinn und verkörperte Gottes Zuwendung in seinem Reden und Handeln. Kurzum: er stellte und stellt das Leben von uns Menschen auf den Kopf. Dies zog die Menschen damals so in den Bann, dass sie Essen und Trinken vergaßen (Speisung der 5000, Mk 6), sich durch Baumklettereien lächerlich machten (Zachäus, Lk 19) oder nachts heimliche Besuche abstatteten (Nikodemus, Joh 3). Jesus hörte zu, fragte nach und hatte vor allen Dingen etwas zu sagen. Und das bis heute.

 

Auf der Familienfreizeit im Sommer hatten wir einen älteren Zeitzeugen des Mauerfalls von 1989 eingeladen. Im Vorfeld war ich als Freizeitleiter nervös, weil ich nicht wusste, ob die Kinder dies interessant finden würden. Werden sie vielleicht unruhig und sprengen den Abend? Doch es kam ganz anders. Jung und Alt hingen an den Lippen des Zeitzeugen und bombardierten ihn anschließend mit vielen Fragen. Der Zeitzeuge hatte etwas zu sagen. Er schilderte das Leben in der damaligen DDR und Gottes Handeln während dieser Zeit und dann bei der Wende. Das war so packend, dass keiner auf die Uhr schaute.

 

Wer etwas zu sagen hat, der wird gehört werden. Von daher ist es so wichtig, dass wir in Gott selbst und in seinem Wort verankert sind. Sonst wird unsere Botschaft schnell dünn und oberflächlich. Der Erfolg von den Online-Bibelseminaren Theobasis Zuhause oder das „Theo Lab“ bzw. „Theologie im Café“ während der Pandemie-Zeit hat mich überwältigt. Die Freude am Bibellesen und am Tiefer-Verstehen-Wollen habe ich gefeiert. Bei der lebendigen Auseinandersetzung mit Gottes Wort kommen wir immer wieder gemeinsam zum Staunen, wie tief, vielschichtig und interessant die Bibel und mit ihr Gott selbst ist. Von daher ermutige ich uns alle: Um wie Jesus zu verkündigen, müssen wir zuallererst mit ihm und seinem Wort unterwegs sein. Und dann bin ich mir sicher, dass wir „etwas“ zu sagen haben.

 

#lebensrelevant

Jesus ging zwar hin und wieder in den Tempel zu den großen Festen, aber ansonsten war er draußen im Alltag der Menschen unterwegs oder besuchte sie zuhause. Viele seiner Reden und überlieferten Worte stammen aus konkreten Lebenssituationen. Im Gegensatz zu anderen Religionsgründern schrieb er keine seitenlangen theoretischen Abhandlungen, sondern teilte das Leben „und hielt nicht daran fest, Gott gleich zu sein“ (Phil 2,6). Somit ist klar, dass Jesu Botschaft immer auf das Heute bezogen werden muss.

 

Um wie Jesus zu verkündigen, ist es immer wieder unsere Aufgabe, mit allen Sinnen achtsam wahrzunehmen, was Menschen bewegt. Und was es dann bedeutet, in einer verständlichen Sprache die gute Nachricht von Jesus in die Lebenssituationen hinein zu sprechen.

 

#wirkmächtig

„Denn ich schäme mich nicht für die gute Nachricht. Sie ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt.“ (Röm 1,16) Gottes Wort ist eine Kraft, die wirkt und rettet. Das weiß Paulus und vor ihm wird dies schon von der ersten Seite der Bibel an bekannt: Gott spricht und es wird. Gott schafft die Erde durch sein Wort. Und genauso wirkmächtig sind auch die Worte Jesu. Er spricht etwas aus und es wird. Er spricht Glaube zu – „dein Glaube hat dir geholfen“ - und Menschen werden gesund. Er weist lebenszerstörerische Kräfte in seine Grenzen und Menschen werden frei. Er sendet und Menschen werden aktiv.

 

Jahresthema 2022 CVJM Magazin

 

Mit Millionen Klicks auf Youtube verfolgten 2020 und 2021 Menschen das Leben und Sterben von Philipp Mickenbecker (+9.6.2021). Mit seinen Freunden hatte er jahrelang über den Youtube-Kanal „Real Life Guys“ Jugendliche ermutigt, sich im realen Leben auszuprobieren. Ihre Badewannen-Stunts wurden legendär und animierten viele Jugendliche nicht so viel Zeit hinter dem Computer oder dem Handy zu verbringen. Mit der unheilbaren Krebserkrankung von Philipp nahmen Millionen Menschen Anteil an dem, wie er mit der Krankheit, dem Sterben und dem Tod umging. Bis wenige Stunden vor seinem Heimgang teilte Philipp sein Leid, aber vor allen Dingen seine unbändige Hoffnung auf das Leben. Er wusste sich in seinem Sterben in Jesus Christus geborgen. Diese wirkmächtige Kraft spürten alle.

 

Und so bin ich gespannt, was wir von Jesus Christus in diesem Jahr noch lernen werden und welche Hashtags er in unserem Leben hinterlässt.

 

In Jesus Christus verbunden

 

Euer Michael